Mitten im Sommer bremst die Hitze die Blattläuse manchmal etwas ein … aber nicht überall. In schattigen und gut bewässerten Bereichen (remontierende Rosen, Terrassenkübel, bewässerte Gemüsegärten) bestehen weiterhin regelrechte Befallsherde, die durch Honigtau und Ameisen aufrechterhalten werden.
Die Folge: klebrige Blätter, Rußtau, verlangsamtes Wachstum. Die gute Nachricht ist, dass eine wöchentliche 20-minütige Routine oft ausreicht, um einen zweiten lokalen Befall zu verhindern und die Wirksamkeit der Nützlinge aufrechtzuerhalten. Hier ist die Horpi-Strategie: einfach, nachhaltig und zu 100 % pestizidfrei – im Dienste der biologischen Bekämpfung von Blattläusen.
Warum es im Sommer immer noch zu Ausbrüchen kommt
Extreme Hitze kann zwar bestimmte Populationen dezimieren, doch die durch regelmäßige Bewässerung, Schatten und sehr zarte Triebe entstehenden Mikroklimata sind für die Kolonien nach wie vor ideal.
Der von den Blattläusen abgesonderte Honigtau lockt Ameisen an, die die Kolonien vor Fressfeinden (Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen) schützen. Das Duo aus Ameisen und Blattläusen hält das Problem somit aufrecht. Der Beweis: Wenn Sie klebrige Blätter, schwarzen Rußtau und hin- und herlaufende Ameisen an den Stängeln entdecken, haben Sie einen aktiven Befall.
Die wöchentliche „20-Minuten“-Routine
Ziel: Den Kreislauf „Honigtau > Ameisen > Schutz der Blattläuse“ durchbrechen, ohne dabei Ihre Nützlinge zu beeinträchtigen. Am besten am späten Nachmittag durchführen, bei mildem Wind und ohne Hitzewelle.
1) Gezielte Überprüfung (5 Min.)
Durchsuchen Sie Ihre Risikostellen: unter den Blättern, an den Stielenden, an Ihren Kübelpflanzen, Rosen, Bohnen, Gurken und jungen Obstbäumen. Achten Sie auf dichte Kolonien, eingerollte Blätter, glänzenden Honigtau und das Vorhandensein von Ameisen.
2) „Abfallender“ Wasserstrahl (5–7 Min.)
Entfernen Sie mit einem kräftigen, aber kontrollierten Wasserstrahl die sichtbaren Befallsherde (vor allem an Rosen und Bohnen). Das wirkt sofort, ist ungiftig und entfernt Honigtau. Ergänzen Sie dies durch einen minimalen Sanitärschnitt: Entfernen Sie 2–3 stark befallene Triebspitzen, um den Befallsdruck deutlich zu verringern.
3) Die Logistik der Ameisen unterbrechen (5 Min.)
- Klebestreifen an den Stämmen (Obstbäume, Hochrosen): Überprüfen Sie die Haftfestigkeit.
- Kieselgur am Fuß der Pflanzen in den Beeten ausstreuen; nach Regen oder Bewässerung erneut ausstreuen.
- Hygiene der Stützstangen und Verbindungsstellen: Entfernen Sie den Honigtau, um „Verengungen“ im Durchfluss zu vermeiden.
Ohne Ameisen gewinnen Ihre Nützlinge wieder an Boden, und die biologische Schädlingsbekämpfung wird beschleunigt.
4) Gezielte kurze Freigaben (3–5 Min.)
An hartnäckigen Befallsstellen setzen Sie Marienkäferlarven möglichst nahe an den Kolonien aus (in der Dämmerung, bei ruhigem Wetter). Die Larven bleiben vor Ort und fressen intensiv. Auf größeren Flächen setzen Sie zusätzlich einige ausgewachsene Tiere aus, damit sie sich ausbreiten.
Passen Sie die Menge je nach Pflanzenart und Ausmaß des Befalls an. Es ist besser, wiederholt kleine Mengen zu geben, als einmalig eine große Menge!
Bewässerungstipps für den Sommer
Durch das Gießen bleiben die Blätter sehr zart, was Blattläuse besonders schätzen. Das Ziel ist nicht, den Pflanzen Wasser zu „vorenthalten“, sondern Übermaß zu vermeiden:
- Gießen Sie lieber morgens als abends, um eine anhaltende Feuchtigkeit über Nacht zu vermeiden.
- Vermeiden Sie Stickstoffschübe im Hochsommer: Sie fördern den Wuchs besonders zarter Triebe.
- Verwenden Sie vorzugsweise Mulch, um die Feuchtigkeit zu stabilisieren und den Wasserstress zu verringern (weniger „saftige“ Nachwüchse).
Mikroauswilderungen: Wo, wann, wie viele?
- Wo: direkt auf der befallenen Pflanze, möglichst nahe an den Befallsherden (Endtriebe, Blattunterseiten).
- Wann: Am späten Nachmittag oder an einem sehr ruhigen Morgen, außer bei Hitzewellen, Regen und Wind.
- Dosierung: Je nach Pflanze oder m² dosieren. Im Sommer sollte man sich besser auf kleine Befallsherde konzentrieren und die Behandlung bei Bedarf nach 7–10 Tagen wiederholen.
- Vor dem Freilassen: Mit einem Wasserstrahl reinigen und anschließend 30–60 Minuten trocknen lassen. Vermeiden Sie den Einsatz von Insektiziden 3 Wochen vor, während und nach dem Freilassen, um Nützlinge nicht zu schädigen.
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
- Überbewässerung und späte Stickstoffdüngung: eine explosive Mischung für die „Sommerblattläuse“.
- Chemische Spritzmittel aus „Bequemlichkeit“: Sie töten auch Marienkäfer und stören das Gleichgewicht der biologischen Schädlingsbekämpfung.
- Vergessen Sie die Ameisen: Solange die Ameisen hochklettern, sind Ihre Nützlinge im Nachteil.
- Ausbringen bei direkter Sonneneinstrahlung/Wind: Effizienzverlust, unnötige Streuung.
Anzeichen dafür, dass die Routine funktioniert
Innerhalb von 7–14 Tagen sollten Sie Folgendes beobachten:
- Weniger Honigtau und Ameisen, weniger klebrige Blätter.
- Zerteilte Kolonien statt kompakter Flecken.
- Auftreten von Nützlingen (Marienkäferlarven, Schwebfliegenlarven).
Sollte ein Blattlausbefall hartnäckig bleiben (dichte Hecke, sehr wuchskräftige Rosen), wiederholen Sie die Mikroausbringung und verstärken Sie die Ameisenbarrieren. Beharrlichkeit zahlt sich aus: Sie ist der Schlüssel zu einem widerstandsfähigen Garten ohne Pestizide.
Den Übergang zum September vorbereiten
Bereiten Sie sich Ende August auf eine mögliche „zweite Welle“ nach den Sommerferien vor: Überprüfen Sie den Zustand der Klebstreifen, tragen Sie erneut Kieselgur auf und planen Sie bis zu den ersten kühlen Nächten eine wöchentliche Kontrolle ein. Wenn Sie jetzt den Druck aufrechterhalten, vermeiden Sie im September Rußtau und Schäden an Ihren Rosen, Obstbäumen und Hecken.
Wie Sie sicher bemerkt haben, nisten sich Blattlauskolonien im Sommer dort ein, wo Wärme und Bewässerung eine Oase der Kühle schaffen. Eine wöchentliche 20-minütige Routine (Begehung, Abspritzen, Ameisenkontrolle, Aussetzen von Nützlingen) reicht oft aus, um eine zweite lokale Plage zu verhindern und die Wirksamkeit Ihrer Nützlinge aufrechtzuerhalten.
Dieser einfache und natürliche Ansatz steht ganz im Einklang mit der Horpi-Philosophie.

